Besenreiser

Dr. med. Ildiko Janossy: Besenreiser
Mit zunehmendem Alter kriechen zunehmend mehr Spinnen-Adern über die Beine. Dagegen ist kein Kraut gewachsen, weshalb man lasert oder verödet.

Besenreiser sind keine echten Ausreißer, denn die Blutgefäße sind nicht geplatzt, sondern nur stark erweitert. Zu Zeiten, als man noch dürre Zweige - also Reisig - zu Besen gebündelt hat, haben die Besenreiser ihren poetischen Namen erhalten. Im Englischen nennt man sie etwas drastischer Spider Veins. Nicht wenige Frauen sind den Besenreisern ja tatsächlich spinnefeind.

Die blauen Besenreiser entstehen aus kleinen Venen, die sauerstoffreichen roten aus kleinsten Arterien. Vom medizinischen Standpunkt aus braucht man sie nicht weiter zu beachten. Rein ästhetisch betrachtet, lassen sich die verästelten Adernzweige oft nicht übersehen.

Veröden oder Verdampfen lauten (überspitzt formuliert) die dermatologischen Antworten auf das leidige Spider-Problem. Bei sehr feinen, roten Gefäßerweiterungen behandelt man per KTP-Laser. Falls man unter Krampfadern leidet, wird eher zu einer operativen Lösung geraten. Das Entfernen von Besenreisern ist dann ein Nebeneffekt.

Veröden wandelt die betroffenen Partien so um, dass sie absterben und abgebaut werden. Zunächst wird ein Mittel in das Blutgefäß gespritzt. Aufgrund der verödenden Wirkung wirkt zuerst ein entzündlicher Prozess. Die Gefäßwand wird bindegewebig umgebaut und das Gefäß nicht mehr von Blut versorgt.

Die verödeten Partien werden gewickelt, damit die Gefäße zusammengepresst werden. Patienten sollten den Kompressionseffekt noch dadurch unterstützen, dass sie nach der Behandlung eine Zeitlang energisch laufen. Die Kompression sollte über 48 Stunden erfolgen.

Wer unter vielen Besenreisern leidet, wird sich auch deshalb, weil die aufzunehmende Menge an Verödungsmittel begrenzt ist, mehreren Behandlungen unterziehen.

In der sonnenärmeren Zeit zwischen Herbst und Frühjahr verspürt man weniger Neigung zum intensiven Sport. Für die Behandlung von Besenreisern ist dies die beste Zeit. Kein schweißtreibender Sport, keine heißen Bäder, keine Sauna, keine Sonne und auch kein Solarium in den ersten vier Wochen nach der Behandlung!

Falls man beim Veröden den Anblick der Nadel verträgt, wird man bemerken, dass sie feiner ist als diejenigen, die zur Blutentnahme dienen. Empfindliche Naturen verspüren vielleicht ein leichtes Brennen. Die Hautpartie kann leicht anschwellen. Auch kleinere Blutergüsse oder rote Flecken sind möglich. Wer zu früh in die Sonne geht, bekommt unter Umständen bräunliche Flecken. Diese entstehen auch, wenn ein wenig vom Verödungsmittel in das Nachbargewebe eintritt. Zum Beseitigen leichter blauer Verhärtungen wird man die Praxis noch einmal aufsuchen. Damit vermeidet man die Bildung von Überpigmentierungen. Gelegentlich bilden sich nach einer Behandlung auch überaus feine Äderchen.

Bis die Störenfriede verschwinden, dauert es im günstigsten Fall zwei Wochen. Viele Patientinnen warten bis sechs Wochen und ein Teil braucht sogar bis vier Monate Geduld. Abhängig ist dies unter anderem vom Alter, doch vorab zeitlich bestimmen lässt sich der Behandlungserfolg nicht. Besenreiser brauchen einen nicht länger zu stören. Die Behandlung ist unkompliziert, benötigt aber je nach Fall mehrere Etappen. Ihr voraus geht immer eine ärztliche Beratung. In meiner Praxis berate ich Sie gern dazu!